Warum die Chroniken von Ravan schreiben ?

Ich denke jeder Schriftsteller stellt sich früher oder später die Frage, warum er überhaupt schreibt. Ich möchte in den folgenden Zeilen versuchen zu erklären, warum ich die Chroniken von Ravan schreibe.

Mir ist aufgefallen, dass ich in der Tat früh mit Lesen angefangen habe. Ich denke, ich werde im Laufe der Zeit einige Bücher aus meiner recht langen Leseliste hier auf der Webseite vorstellen. In meiner Jugend hatte ich stets den Eindruck, nicht genug zu kennen und mehr wissen zu müssen, um was sagen zu dürfen. Und beim Zeichnen ging es mir darum, Geschichten zu erzählen. Beim Bücherlesen wurde mir klar, dass ich nicht die einzige war, die sich liebend gerne in unglaubliche Abenteuergeschichten verlor. Aber zu dieser Zeit gab es noch kein Internet und es war nicht so einfach, Gleichgesinnte zu finden. Aus den ersten Geschichten entwickelten sich Protagonisten, die ich gerne in anderen Geschichten wiederaufleben ließ und mich fragte, wie sie wohl meine ausgedachten Abenteuer bestehen würden. Die ersten Grundlinien der Helden aus den Chroniken von Ravan entstanden wohl als ich vierzehn Jahre alt war. Geschichten von unabhängigen Menschen, die ihr Leben im Wald fristeten. In vielen Geschichten ist die Rede von geheimnisvollen Völkern und Wesen, die versteckt in einem Wald leben, oder Aussteigern, die sich weigern, einem System zu dienen. Sich im Wald aufzuhalten, wird heute noch als sehr gefährlich empfunden, man entschwindet aus der Sichtbarkeit des alltäglichen Lebens und gibt sich Elementen aus, die nicht unbedingt erklärt werden können. Man könnte die Menschheit in zwei Kategorien aufteilen – jene, die gerne im Wald sind und all die anderen, denen allein die Idee fremd und gefährlich vorkommt.

Es gibt so viele, die in lärmenden Gruppen durch Wälder wandern und meinen, es wäre gut so und sie haben etwas gesehen. Dabei haben dieselben meistens überhaupt nichts gesehen. Aber das spielt eigentlich keine Rolle, weil sie anderswo auch nichts sehen würden …

Als junges Mädchen hielt ich mich sehr gerne allein im Wald auf und das hat sich bis heute nicht geändert. Wenn ich auch mit Freunden und Familie im Wald spazieren gehe, brauche ich mindestens zweimal in der Woche einen Moment für mich im Wald. Beim Dauerlaufen überlege ich mir, was in meinen Geschichten passieren könnte, wie sich die Dinge entwickeln und wer welche Rolle spielt. Und ich erlebe den Wald mit seinen Tücken und Schätzen.

Von Wäldern kann man kaum etwas aus Büchern lernen, höchstens nachlesen und sich bestätigen lassen.

So gesehen ist es nur natürlich, dass diese Geschichte ihren Ursprung im sagenhaften Wald Ravan findet.

Warum eine Fantasy-Geschichte schreiben?

Vielleicht ist es mit Fantasy-Geschichten ähnlich wie mit Märchen von einst – diese Geschichten könnten sich überall abspielen und sind nicht an einen Ort gebunden. Warum sollte ich mich mit Historikern herumärgern, wenn wir uns nicht über das Verhalten längst verstorbener Helden einig würden? Darin sehe ich keinen Sinn. Es ist doch viel interessanter, über die zwischenmenschlichen Beziehungen beim Ablauf unglaublicher Abenteuer nachzudenken und das Ganze aufleben zu lassen und es am Ende auch noch mit anderen Lesern zu teilen. Man fragt sich, wie man selbst handeln würde und möchte wissen, wie es weitergeht. Als junge Erwachsene war ich begeisterte Spielerin vom Rollenspiel „Das Schwarze Auge“. Diese schlaflosen Nächte mit anderen Begeisterten gaben eine Möglichkeit, Geschichten zu spielen.

Eine ausgedachte Welt gibt mir auch die Möglichkeit, aktuelle Gedanken in den Ablauf der Geschichte einfließen zu lassen. Unsere tatsächlichen Erfahrungen sind in einer Entwicklungsphase, die dem wirklichen Leben in unserer Vergangenheit nicht unbedingt einbringbar sind, um es vorsichtig auszudrücken. Im Grunde interessiert es mich, was jetzt passiert und wie wir wirken und leben.

Und warum alles im Alleingang schreiben?

Nun ja, so allein ist der Schreiberling heute nicht mehr, auch wenn er nur eine Handvoll Leser hat, die sind Gold wert! Und die möchte ich nicht missen! Der Vorteil am Schreiben und Lesen online ist einfach, dass man sich direkt untereinander austauschen kann. Und so soll es auch sein! Allein für die Schublade schreiben und auf einen Verleger hoffen, wie eine verschlafene Jungfrau auf ihren erlösenden Prinzen, erscheint mir sehr unrealistisch. Daher lasse ich mich in das Abenteuer gleiten, an dem jeder, den es interessiert, teilhaben kann.

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