Im ewigen Wald

Im Wald von Fontainebleau 7

Mir ist in den vergangenen Wochen richtig klargeworden, wie wichtig es ist, auf unser Werkzeug aufzupassen. Erstens fällt mir mein Handy aus den Händen und ich muss den Bildschirm reparieren lassen. Irgendwie hatte ich Glück im Unglück, denn in diesem Moment hatte in meine Spiegelreflexkamera und die Sonnenbrille von meinem Mann in den Händen. Das Telefon war noch am einfachsten zu reparieren in diesem Moment. Doch danach kam es dazu, dass ich an einem Abend einen Schluck Rotwein auf meinen armen Computer vergoss. Panik! Ich habe das Ding über Tage trocknen lassen, diese Wartezeit war entsetzlich. Doch, oh Wunder, nach einiger Zeit sprang die Maschine wieder an, nichts war verloren, allerdings ließ sich der gute Rechner nicht mehr aufladen und musste doch zum Doktor gebracht werden. Am Abend zuvor hatte ich mich über Aleister Crowley dokumentiert und mir noch gedacht, wie wichtig es ist, über Leute Bescheid zu wissen, und nicht einfach ihre Arbeit in Form von schönen Bildern zu preisen. Ich mag nämlich ganz gern sein Tarot, welches allerdings von der Künstlerin Lady Frieda Harris entworfen und verwirklicht wurde. Man sollte die Kraft der Bilder nie unterschätzen und besser dem Ursprung der Urheber auf die Spur kommen. Aleister Crowleys Wirken und Tun ist nicht unbedingt erstrebenswert, ohne es banal bewerten zu wollen, zumindest sind wir weit vom friedlichen Miteinander entfernt.

Im Wald von Fontainebleau 1

Ich hatte zumindest den Eindruck, dass dieser unfriedliche Geist mir eins auswischen wollte, weil ich meine Meinung bezüglich der „schönen“ Bilder des Tarots änderte. Wie ein ungezogenes Kind, welches unbedingt die nötige Aufmerksamkeit der Mitmenschen auf sich ziehen will.

Das soll mir eine Lehre sein!

Fontainebleau 9

Zurück in die Natur, jenseits von Gut und Böse, dort wo die Geister miteinander leben, sich bekämpfen, wenn es sein muss, und wieder zum Frieden kommen, wenn es sich ergibt. Zurück zur ursprünglichen Idee des menschlichen Daseins, unsere Sinne und Fähigkeiten, unsere Empfindungen auszudrücken, scheinen nur dazu zu dienen, die Herrlichkeit der Natur und unseres Universums zu dokumentieren. Eigentlich brauchen wir keine Bewertung unseresgleichen. (Wahrscheinlich hat Lady Harris das besser begriffen, daher die Schönheit ihrer Bilder im Tarot …)

Im Wald von Fontainebleau 2

Und was ist mir danach widerfahren? Mein wichtiges Werkzeug verlangte schon seit einiger Zeit nach Aufmerksamkeit und ich habe es einige Wochen aufgeschoben, mich darum zu kümmern. Es handelt sich um meine Füße! Ich kann nur eins sagen, sobald jemand einen Schmerz im Fuß verspürt, sollte er diesen besser sofort ernst nehmen. Vorläufig für mich keine Dauerläufe mehr im Wald, was sehr schwer für mich zu ertragen ist, zumal die Jahreszeit einfach nur herrlich ist. Und auch keine Arbeit mehr, sogar die Betriebsärztin will mich vorläufig nicht mehr sehen, bevor ich nicht wieder komplett geheilt bin. Im Grunde stört mich das weniger, denn diese Tatsache lässt mir wohl mehr Zeit, mich um meine Familie und meine Projekte zu kümmern.

Im Wald von Fontainebleau 4

Doch psychisch ist es alles andere als einfach zu akzeptieren, dass man nicht über seine altgewohnte Kraft in den Füssen verfügt. Nun ja, der Grund war wohl die feinen Schuhe an meinem Brotjob. Wenn man vorhat, an einem Tag zwischen 15 und 20 Kilometer zu laufen, dann sieht man zu, dass man über vernünftiges Schuhwerk verfügt. An meinem Job allerdings hinterlegen wir diese Strecken jeden Tag in feinen Ballerina mit dünnen Ledersohlen …. so etwas kann auf die Dauer nicht gut gehen.

Im Wald von Fontainebleau 6

Jedenfalls habe ich mir andere Schuhe besorgt, mein Rechner ist repariert und meinem Handy geht es auch gut. Die Heilung der Entzündungen meiner Fußsehnen ist sehr lang, jedenfalls länger als man annehmen mag. Und ich habe es endlich geschafft, mich wieder an die Chroniken von Ravan zu setzen und in diese Welt abzutauchen. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht ein Abenteuer von diesen Menschen in meinem inneren Auge erlebe, nun gilt es, das alles in Worte zu fassen.

Im Wald von Fontainebleau 10

Um diese langen Zeilen zu illustrieren, habe ich ein paar Bilder aus meinem geliebten Wald Fontainebleau mitgebracht. Es freut mich zu sehen, wie meine Töchter sich auch dafür begeistern, Details und Lichter aus dieser Umgebung zu fotografieren, zu beobachten, wie sie diesen Erscheinungen begangenen und dass sie sich stundenlang damit beschäftigen können, einen Tautropfen, einen Lichtstrahl oder einen Stein abzulichten. Die beiden haben ihre Erfahrungen mit den Menschen gemacht, nicht unbedingt gute, ich stehe ihnen bei und wenn es soweit ist, nehmen wir gemeinsam den Kampf gegen das Unrechte auf, denn im Leben geschieht nichts, ohne etwas zu bewirken oder zu beschwören. Jedenfalls haben die beiden begriffen, wie es um unseresgleichen besteht und sie wissen, dass wir für unser Leben und unser Glück allein und selbst verantwortlich sind. Andere können uns das nicht geben. So eine Erkenntnis macht unglaublich frei. Und wir gehen unsere eigenen Wege – am liebsten durch die Natur, jenseits von Gut und Böse.

 

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