Wie kam ich dazu, Nora Jones zu lesen ?

Der Ruf der Wellen - Nora Roberts

Ich habe dieses Buch gelesen, weil es ein Teil von einem Buchpaket von einer Schülerin meines Lebensgefährten war. Eine Frau, vielleicht fünfzehn Jahre älter als ich, die ihren Umzug vorbereitet und ihre Bücherregale ausmistet. Als leidenschaftliche Leserin habe ich diese Gabe zunächst sehr geschätzt. Sehr interessant war auch, welche Art von Büchern sich in dieser Sammlung befanden. Eine deutsche Frau, die ihr Leben in Frankreich verbracht hat, aber merkwürdigerweise alles Mögliche im deutschen Land besser findet.
Jedenfalls habe ich diese Lektüre begonnen, indem ich mir sagte, es wäre doch mal interessant, etwas zu lesen, was ich mir sonst nicht aussuchen würde. Immerhin hat diese Nora Roberts einen riesigen, internationalen Erfolg. Sie vermischt schöne Menschen mit Abenteuerluft, gewürzt mit Liebe und sogar Sex und etwas Mystik. Das Ganze in einer sehr einfachen Sprache und simplen Form, damit es jeder, oder besser jede verstehen kann. Ich denke, Nora Roberts ist eine Schriftstellerin, die in erster Linie von Frauen gelesen wird. Die Gespräche zwischen den Protagonisten sind auch einfach gehalten und im Grunde entspricht das wohl einer gewissen Realität. Man tut immer so, als wären Menschen unglaublich intelligent, besonders wenn es sich um geschriebene Texte handelt, dabei sind wir nicht einmal in der Lage, Delfine zu verstehen, um nur ein treffendes Beispiel zu nennen.
So gesehen möchte ich diesem Buch keine Kritik ausüben, mir hat es nicht besonders gut gefallen, was seinen Erfolg eher bestätigt. Es ist nicht das erste Mal, dass ich an einem Buch, welches eine allgemeine Anerkennung erlangt, überhaupt nichts finden kann. Es kommt mir sogar manchmal so vor, dass ich nur soviel lese, weil ich ein wirklich gutes Buch suche. Vielleicht besteht dann doch eine Regel: ein gutes Buch wird von einem Schriftsteller geschrieben, der nur für sich schreibt und dem der Rest der Welt eigentlich egal ist, der sich absolut nicht um die Meinungen anderer Menschen kümmert.

Vor diesem Buch habe ich noch ein paar andere Bücher gelesen, die von vielen Leser als toll befunden wurden und die ich geschenkt bekommen habe. Eine andere Schülerin, die ihr Haus ausmistet und mir ihre Bücher überlässt. Letzten Endes bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass ich keine Müllablagestelle bin und es nicht unbedingt nötig habe, all diese Bücher in meinem Lebensraum zu horten. Zudem habe ich die Magie des Aufräumens von Marie Kondo kennengelernt und das Ergebnis ist, dass 60% all meiner angehäuften Bücher in einem Buchladen gelandet sind und ich in meinem Haus wieder atmen kann. Das Buch „Der Ruf der Wellen“ war in diesem Schub zufälliger Weise nicht dabei, weil ich es gerade las und dann doch gerne kennen wollte. Ich habe noch ein anderes Buch im Regal von Nora Robert, eine französische Übersetzung, die ich mir mal in einem Restpostenladen gekauft habe. Bei Gelegenheit werde ich es lesen. Es ist doch wichtig für mich, zu erkennen, dass ich meine eigenen Texte doch lieber einfach halten sollte. Wozu immer so tun, als wäre man intelligent, das ist vergebene Mühe.

Zum Fazit möchte ich sagen, Nora Roberts ist kurzweilige Strandlektüre. Was das Bild und das Verhalten der Frau Männern gegenüber anbetrifft, möchte ich jetzt nicht unbedingt breittreten, denn diese Bücher sind alles andere als emanzipiert und entsprechen einem Zeitgeschmack. In den siebziger Jahren glaubte man auch, dass die Frauen emanzipiert seien und man braucht sich nur die James Bond Filme aus dieser Zeit anzuschauen, um zu begreifen, was für Hirngespinste in den Köpfen der Menschen herrschten. Persönlich bin ich es leid, junge Frauen einfach als selbstbewusst abzustempeln, weil sie fleißig auf die Universität gehen, die vom wohlhabenden Papa bezahlt wird, während die brave Mama das heimatliche Nest in Ordnung hält und die Eltern nur darauf hoffen, dass ihr Mädchen einen ordentlichen Ehemann findet, der all ihre (materiellen) Wünsche erfüllen kann. Dazu kommt, dass diese jungen Weibchen völlig ihre Mittel verlieren, sobald sie sich vor einem durchtrainierten Mann befinden, der sie anmacht. Dann wird von Gefühlen und Regeln geredet, du tust mir weh und blablabla, ich weiß was ich will, dabei wird sie wahrscheinlich nur vom sozialen Druck und ihren Hormonen gesteuert.
Dabei frage ich mich jeden Tag, wie fühlt es sich an, wenn ich mich einfach wie ein Mensch verhalte. Ich bin eine Frau, aber ich verhalte mich nicht wie ein Weibchen in dieser Epoche. Aber um dahin zu kommen, bedarf es allerhand Erfahrungen, Forschungen und vor allem Freiheit im Kopf. Und man muss akzeptieren, allein zu sein.

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