Zum Ende hin ….

Pusteblume auf dem Heimweg

Wie fühlt es sich an, wenn einem irgendwann klar wird, dass sich ein Buch zum Ende neigt? Ehrlich gesagt ist das ein seltsames Gefühl. Ich hatte den Ablauf des ersten Buchs der Chroniken aus Ravan klar im Kopf, notiert, strukturiert und entwickelt. Beim Schreiben ist mir allerdings aufgefallen, dass die Kapitel immer länger ausfielen als ich vermutet hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mir wirklich Zeit gelassen, einen Text zu schreiben. Die Personen wuchsen heran und es kamen sogar neue hinzu. Und bei jedem neuen Kapitelanfang rieb ich mir die Hände und schien genau zu wissen, wo ich am Ende ankommen würde. Doch um den Leser respektvoll mit in die Handlungen zu nehmen, wollte ich mir keine Hektik erlauben. An einer Geschichte vorbeirauschen bringt niemand etwas. Und in den vergangenen Monaten gab ich mir Mühe, die Abenteuer und Geschehnisse sorgfältig zu schildern. Ein königlicher Berater kann nicht nur einfach erwähnt werden, allein seine Stellung zu behaupten, sich zu diesem Posten hochzuarbeiten und auch noch ein doppeltes Spiel im Schild zu führen, kann keine einfache Person sein. Wer sind seine Mit- und Gegenspieler? Wie läuft das Leben am Hof der Unih ab und wie verwalten sie ihre Existenzen?
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich diesen Hexenmeister mit hinzu genommen habe, was ich vorher eigentlich gar nicht wissen konnte. Ewellent hat sich im Laufe der Geschichte regelrecht aufgedrängt, auf einmal war er da, mitten im Wald und wollte seine Rolle im Geschehen dieser unruhigen Zeit spielen. Was er genau verfolgt, kristallisiert sich nach und nach in kleinen Abschnitten heraus. Im zweiten Buch wird er deutlich aussprechen, warum er gekommen ist und warum er wieder gehen wird. Seine Beziehung zum Berater des dunklen Königs vertieft sich Schritt für Schritt und die Zofe bekommt eine wichtige Rolle … die eigentlichen Hauptpersonen sind umgeben von Menschen, die einen großen Einfluss auf die gesamte Geschichte haben.
Und woher kommen die Namen der Orte in ihren Ländern? Legenden sind dazu da, erzählt zu werden, sonst haben sie keinen Sinn. Es scheint so, als seien sämtliche Geschichten miteinander verbunden und wie schade für jene, die sich nicht auf die Einladungen von zu lesenden Büchern und Texten einlassen. Das kommt mir fast so vor, als würde die Hälfte einer Existenz fehlen, wenn man sich nicht auf aufgeschriebene Gedankenpfade einlässt.

Natur in Paris

Beim Schreiben ist mir kürzlich eingefallen, dass es spannend wäre, einen gravierenden Abschnitt in die Geschichte gleiten zu lassen. Ich summierte die bisher geschriebenen Worte und musste feststellen, dass vom Umfang her ein ordentliches Buch von mir aufgeschrieben wurde. Folge dessen kam ich zur Entscheidung, dass ich am Ende des ersten Buches arbeite. So war das vom Handlungsablauf eigentlich nicht geplant und viele Abenteuer werden zwangsläufig in den zweiten Band verschoben, aber es passt im Grunde hervorragend.

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Wie solle es konkret weitergehen? Nun ja, ein Buch aufzuschreiben ist schon mal eine gute Sache, jetzt geht es darum, alles wieder und wieder zu lesen, zu korrigieren, Zeit zum Lautlesen finden, den Text ausdrucken, ruhen lassen und abermals lesen, notieren, kritisch aufschreiben, was fehlen könnte und was vielleicht zu viel ist.

Natur in Paris 2

Mit etwas Glück werde ich es schaffen, einen lesbaren Text hinzukriegen. Und die Landkarte! Vorläufig gebe ich mich mit ein paar Zeichnungen in meinem Notizbuch zufrieden, doch es wäre doch sehr schön, wenn das wie eine richtige Karte aus der Zeit der Chroniken von Ravan aussehen würde. Das bedeutet, dass ich allerhand Zeichenarbeiten vorhabe. Illustrationen würden mir auch gut gefallen und ich habe den Eindruck, dass ich das auch schaffen werde. Immerhin habe ich allerhand Zeit zurückgewonnen, seit ich aufgehört habe, mich ständig mit Instagram und Facebook auseinander zu setzten. Das hat mir leider nie viel gebracht, insofern ist es sehr erholsam für mich, wieder etwas so wie früher zu leben, als es noch keine sozialen Netzwerke gab. So ganz weg bin ich ja nun auch wieder nicht, sonst würde ich diese Zeilen für meinen Blog nicht schreiben. Aber es ist sehr wichtig für mich, so wenig wie möglich in den sozialen Netzen zu sein, weil ich mich auf diese Art und Weise einfach besser konzentrieren kann.

Frühling in Fontainebleau 1

Ach, und die Frage, nach einem Verleger zu suchen erklärt sich von vorneherein. Ich habe vor ein paar Jahren allerhand Erfahrungen gemacht und akzeptiere, dass ich zu der grauen Masse aus der goldenen Mitte der Gesellschaft gehöre. Was bedeutet, dass mein Leben nicht miserabel genug ist, um irgendwelche Medien zu interessieren, und ich auch nicht zu den Oberen gehöre, die über Beziehungen verfügen. Also bin ich in den letzten zwei Jahren mein eigener Sponsor geworden. Ich arbeite voll in einem Job und benutzte den Rest der Zeit für mein Leben und eben dieses Projekt der „Chroniken aus Ravan“. Zeit ist sehr kostbar und die kann ich nicht mit anstrengenden Networking und aufreibenden Suchen nach Verlegern vergeuden. Es ist mir viel wichtiger, Dinge entstehen zu lassen und mich auf das Werden zu konzentrieren. Sonst hätten die Chroniken aus Ravan keinen Sinn. Ich schreibe diese Geschichten, um mich an das Wesentliche von Menschen und Natur heranzupirschen. Das ist die Mühe wert. Und damit habe ich genug zu tun. Wenn es soweit ist, wird das erste Buch als solches existieren und der Text als Leseprobe im Internet zur Verfügung stehen.

Frühling in Fontainebleau

Ich freue mich schon auf den neuen Anfang des zweiten Bands. Und dabei fühle ich mich irgendwie überrascht, denn ich sah das Ende des ersten Bands nicht klar vor mir. Und nun ist es soweit! Jedenfalls rede ich mir selbst Mut zu und sage mir, dass alles gut wird. Wenn ich meine Lieblingswege durch den Wald von Fontainebleau laufe, verliere ich mich in den Geschichten, die einst unsere Vorfahren bewegten und die sich vielleicht in meinen Geschichten wiederfinden. Eine tiefe Verbindung zur Erde, auf der wird geboren wurden und unserer Existenz zu begreifen zu versuchen.

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