Stephanie Berth

wer-bin-ich

Von sich selbst zu schreiben, ist nicht die einfachste Aufgabe, aber ich habe mich dazu entschieden, meine verschiedenen Pseudonyme, mit denen ich in den vergangenen drei Jahren arbeite, letzten Endes dann unter meinem normalen Namen zu veröffentlichen.
Meine Entscheidung, unter verschiedenen Namen zu schreiben, hatte verschiedene Beweggründe. Vor allem musste ich Abstand zu dem gewinnen, was ich ausdrücken wollte. Am Anfang meiner neuen Projekte hatte ich den Eindruck, nichts würde zueinanderpassen und ich wollte die Themen untereinander abgrenzen. Allerdings habe ich im Lauf der Zeit festgestellt, dass alles miteinander verbunden ist. Um es klar auszudrücken, sehe ich heute keine Schwierigkeit mehr darin, einen dunklen Roman im Genre Fantasy zu schreiben und Fotos von Gänseblümchen zu machen, neue Rezepte auszuprobieren, Lithoterapie zu studieren und im Wald zu joggen. Im Gegenteil, ich bin es leid, die einseitig gepolten Profile im Internet anzuschauen, in dem irgendwelche aktuellen Regeln beherrscht werden, die ein jeder, der ernsthaft an seinen Projekten arbeitet, folgen soll. Alles ändert sich sehr schnell und mir ist es wichtig, die Dinge zu gestalten, zu schaffen und zu erleben.
Ich habe die Zeit gebraucht, um meine eigenen Recherchen zu vertiefen und zu lernen. Doch nun habe ich keine Lust mehr, es so kompliziert zu gestalten, unter dem einen oder anderen Namen zu schreiben. Was soll’s! Wichtig ist der Weg und ich freue mich schon darauf, was sich noch alles ergeben wird. Das erste Buch der Chroniken von Ravan neigt sich dem Ende zu und ich werde es in die Hand nehmen, die Illustrationen zu gestalten. Egal wie lange ich dafür brauche, es wird sich schon zeigen und wenn es soweit ist, werden die Elemente zusammengefügt und für andere lesbar werden. Nebenher entwickeln sich andere Pläne, die meines Mannes und wahrscheinlich auch bald die meiner Töchter. Sie fangen schon fleißig mit dem Zeichnen an und verfügen eine gewisse Leichtigkeit beim Fotografieren. Sie träumen auch von einem eigenen Rollenspiel mit selbst entwickelten Charakteren und Abenteuern. Was will man noch mehr? Ich träume davon, eines Tages gemeinsam mit ihnen ausreiten zu können und so wird es auch kommen. Wir haben noch allerhand gemeinsame Reisen und Projekte vor. Meine Pseudonyme dürfen ruhig so stehenbleiben, als Erinnerung an diese Momente, in denen ich sie brauchte.

Stephanie Berth und Jean Luc Escriva
Ich hatte gerade kein professionnelles Portrait mit wichtiger Miene und ernster Pose zur Verfügung – hach nein, na dann macht sich ein aktuelles Foto vom Handy aus den Sommerferien Sehr gut. Mein Lebensgefährte Jean-Luc Escriva, der sich als freier Künstler und Komponist Auch selbst finanziert  🙂

Heute bin ich mein eigener Sponsor, jene die ihre Projekte selbst realisiert und finanziert. Alles ist möglich, es ist nur eine Frage von Zeit, Konzentration und Ausdauer. Um so besser, wenn ich das was war mit anderen teilen kann. Doch ehrlich gesagt werde ich keine Zeit mehr damit verschwenden, nach Verlegern und Finanzen zu suchen. Die Zeit brauche ich zum Leben und Schaffen. Vor meiner Entscheidung, mit verschiedenen Pseudonymen zu schreiben, habe ich Jahre damit vergeudet, nach Verbindungen und Unterstützung zu suchen. Was dabei heraus kam, abgesehen von den Erfahrungen, war lediglich, dass ich immer weniger Zeit zum Schreiben und Ausarbeiten meiner eigentlichen Ideen hatte. Hierbei möchte ich einfach darauf hinweisen, dass jeder Künstler, der nicht in einen einflussreichen Kreis geboren wurde, sich davor in Acht nehmen sollte, wenn sogenannte finanzkräftigen Menschen angeblich wissen, was gut für ihn sei. In den wenigsten Fällen sind Menschen dazu bereit, sich die Mühe zu geben, andere verstehen zu wollen. Warum sollte es in der Verbindung Sponsor-Künstler nicht anders sein? Es ist einfach, einem Menschen, der über weniger Mittel verfügt, glauben zu lassen, dass sich alles mit Geld arrangieren würde und man als „einflussreiche Person“ wisse, wie sie alles im Leben abspielt. Zum künstlerischen Schaffen braucht man soviel Freiheit wie möglich, und die findet man eben nur in sich selbst und nicht in von überteuerten Champagner getränkten Abenden, in denen angeblich interessante Bekanntschaften geknüpft werden.
Es spielt auch keine Rolle, in irgendeiner Form beweisen zu wollen, ein Experte zu sein. Wozu? Um sich und anderen zu zeigen, dass man genügend zu melden hat, um Bücher zu schreiben? Ich habe allerhand Bücher von solchen Experten gelesen und mich dabei zu Tode gelangweilt. Andere wiederrum gefielen mir außerordentlich und sie wurden zum Beispiel von einem Mann geschrieben, der sein Lebensunterhalt als Türsteher verbrachte. Die Menschheit ist, was sie ist. Geschichten sind dazu da, neu erzählt zu werden. Wenn sie jemand lesen kann, ist das ein Bonus.
Beim Erarbeiten der Chroniken aus Ravan keimen bereits weitere Ideen von anderen Geschichten, die erlebt werden wollen. Ich las kürzlich mit Begeisterung ein Buch mit einem alarmierenden Text über die momentane Situation der Welt. Ein Kapitel davon erzählte von den Träumen, die einen Menschen bewegen. Leider war dieses Kapitel für mein Dafürhalten viel zu kurzgehalten und ich hätte mir gewünscht, mehr über die Seele des Autors zu erfahren. Wahrscheinlich werde ich eines Tages einen Brief an ihn schreiben und meine Auffassung von der Wichtigkeit und der Kraft unserer menschlichen Träume unterbreiten. Ob er diesen Brief lesen wird, ist eine andere Frage, aber dieser Text wiederrum wird mir helfen, meinen eigenen Gefühlen Form zu verschaffen. Ist das Schreiben und Lesen von Büchern und Texten nicht einfach eine ausgefeilte Art, seine eigenen Gedanken auszuleben und mit anderen zu teilen? Wenn wir schon nicht über die Zeit in unseren ausgebuchten Leben finden, dann sollten wir dennoch lesen. Lesen ist eine Reaktion, eine Aktion des Trotzes, eine Form von Rebellion gegen ein System, welches uns die Zeit auffrisst.
In meiner Jugend machten Denker und Philosophen sich Sorgen um das Verschwinden menschlicher Träume. Mittlerweile ist es so, dass man sich Sorgen um das Verschwinden von Menschlichkeit machen kann. Trotzdem halte ich an meinem Vorhaben, meine Geschichten in meinem Kopf leben zu lassen und so genau wie möglich aufzuschreiben.
Auf zu neuen Abenteuern aus vergessenen Zeiten!

Auf Frazösisch schreibe ich auf „Happy Millefeuille“ unter dem Pseudo „Lucie Cedille“ weiter – ist praktisch so.

Auf Instagram unter circadian.magic lasse ich mich hin und wieder mit meinen Tarotkarten aus 🙂

 

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