Kristalle und Hexenmeister

Bergkristall 1

Heute möchte ich mal vom alltäglichen Leben schreiben, wie das so abläuft, wenn man eine lange Geschichte wie die Chroniken aus Ravan schreibt. Persönlich geht es mir nämlich so, dass ich mich für viele wirklich unterschiedliche Bereiche interessiere und manchmal passen meine verschiedenen Interessengebiete sogar mit meinen Projekten zusammenpassen. Ich denke, wenn man sich für ein Buch wie die Chroniken aus Ravan engagiert, braucht man Momente, in denen man regelrecht aufatmen kann. Mir gefällt es gut, zum Beispiel für einen anderen Blog zu schreiben, auf dem ich nur über leichte und angenehme Dinge schreibe. Das entspannt und dann kann ich wieder meine Ideen für die Abenteuer von meinen Protagonisten sammeln.

Zum Beispiel interessiere ich mich sehr für Kristalle, Mineralien und Steine, wo sie herkommen und welche Auswirkungen man ihnen nachsagt. Das ist ein Thema, in dem man nie genug dazulernen kann und das gibt dann auch wieder Ideen für die Geschichte.

Das neuste Kapitel ist zum Beispiel ganz anders geworden als ich es mir zunächst vorgestellt hatte. Ich habe ihm sogar einen neuen Namen geben müssen, denn beim Schreiben kam es mir unmöglich vor, dass eine Reise auf Pferderücken im Herbst durch ein Gebirge alles andere als ungefährlich sein kann. Jedenfalls konnte ich diese Tatsache nicht in ein paar Sätzen abhandeln. Wir leben gemütlich in unseren geheizten Wohnungen und können uns nur schwer vorstellen, was es bedeutet, den Elementen der Natur ausgesetzt zu sein.
Beim Schreiben hatte ich mir zwei Bergkristalle auf den Tisch gelegt und mich gefragt, wie fühlt es sich wohl, wenn man diese Geschenke der Natur findet? Und so entstand ein wichtiger Teil des neuen Kapitels. Ein Punkt, der mir später auch eine gute Brücke zur nächsten Neuerscheinung in der Geschichte geben wird. Denn im neunten Kapitel habe ich mir erlaubt einen neuen Protagonisten einfallen zu lassen. Ich habe einige Tage gebraucht, bevor ich mich entschieden habe, diese Person auszuarbeiten. Es handelt sich um den reisenden Hexenmeister Ewellent, dessen Geschichte sich im Buch nach und nach offenbaren wird. Zunächst hatte ich keinen genauen Plan für diese neue Figur, ich hatte einfach Lust, diesen Helden mit einzubringen. Ehrlich gestanden fand die Idee ihren Ursprung aus dem Videospiel „The Witcher“. Auch wenn ich selbst noch nie die Gelegenheit hatte, das Spiel auszuprobieren und selbst überhaupt keine Zeit dafür habe, bin ich begeistert von den Bildern und Grafiken. Nun gut, ich wollte einfach einen kriegerischen Hexenmeister aufleben lassen, weit entfernt von den althergebrachten Ideen klappriger, alter Männer, sondern ein Jemand, der mit seiner physischen Erscheinung spielt und dieselbe zielbewusst einsetzt.
Jetzt bin ich selbst gespannt, welche Abenteuer mir noch einfallen werden.

Bergkristall 2

Werbeanzeigen

Warum Geschichten schreiben …

Verbotener verwunschener Garten

Gerade gestern hatte ich ein anregendes, leider zu kurzes Gespräch mit einer Arbeitskollegin, die selbst Schriftstellerin ist. Sie freute sich über einen neuen Vertrag mit einem weiteren Verleger. In der vergangenen Woche hatte sie ein Treffen mit ihm und ihr stehen zwei arbeitssame Jahre bevor, in denen sie sich einem neuen Buch widmen soll. Ich bin schon gespannt darauf. Sie schreibt historische Roman und setzt sich für fantastische Rollenspiele mit historischen Kostümen ein – ich finde das wunderbar. Sie sagte, dass hier in Frankreich in erster Linie das Talent und das Gefühl beim Schreiben eines Textes zähle und man weniger akademischer wie in anglosächsischen Ländern beim Verfassen von Romanen vorginge. Oh wie ich damit einverstanden bin! Ich bin nur froh, dass es heute die Möglichkeit gibt, sein Geschriebenes wenigstens mit ein paar Lesern in der weiten Welt Dank Internet teilen zu können und nicht nur für eine Schublade zu schreiben. Ich erinnere mich noch an die Zeit, in der ich in meinem Jugendzimmer saß und meine Geschichten nur für mich schrieb und zeichnete. Ich wagte es kaum, sie jemand zu zeigen, denn ich galt auch ohne schon für verrückt genug. Doch im Grunde war es nicht weiter schlimm, denn ich wollte einfach nur das Buch schreiben, welches ich selbst am liebsten lesen würde.

Ein weiterer Punkt wurde in unserem Gespräch angesprochen – schreiben, um der Langenweile der Realität zu entkommen. Nicht zu entfliehen, es dreht sich hier nicht um eine feige Flucht, die aus uns ängstliche und unverantwortliche Geschöpfe werden lässt. Eher im Gegenteil – zu viel Mut würde von den meisten falsch verstanden. Es ist ähnlich wie mit dem Dauerlaufen. Viele Menschen, die keinen Sport treiben, oder nur aus Pflichtgefühl, weil überall gesagt wird, wie gut das für die Gesundheit sein soll, können nicht verstehen, warum andere immer so gerne freiwillig dauerlaufen, kilometerlang durch die Landschaft rennen und sich dabei gut fühlen. Sagen wir es so, wir laufen nicht, um länger oder besser zu leben, sondern intensiver. Mit dem Schreiben ist es ähnlich. Niemand setzt sich über Monate, Jahre freiwillig irgendwo hin und denkt sich irgendwelche Geschichten aus, wenn ihm es selbst nichts bringen würde. Persönlich akzeptiere ich keine leeren Ratschläge von anderen, die meinen, sie wissen, was ich schreiben sollte, um Erfolg zu haben. Ehrlich gesagt ist mir der Erfolg gleichgültig, Hauptsache meine Helden leben irgendwo in meinen Geschichten. In meinen Geschichten können die Protagonisten sich wenigstens ihren Feinden stellen, was natürlich alles andere als einfach oder ungefährlich ist. Aber das ist doch eine unglaubliche Freiheit – und die ist kaum einem in der Wirklichkeit gegeben. In der Realität hoffen wir, dass alles gut gehen mag und sind gesteuert von Verpflichtungen und Steuern, um überhaupt existieren zu dürfen. Jede menschliche Beziehung ist an einen Vertrag gebunden, eine soziale Stellung, die man pflegen muss, sonst stürzt das System zusammen. Also träume und schreibe ich weiter an Geschichten von Menschen, die ihren Gegenübern in die Augen sehen müssen, um eine Möglichkeit zu haben, etwas von ihnen zu verstehen.

Dann kam noch ein anderes Thema zum Gespräch, welches mir sofort einleuchtete – schreiben ist erotisch. Mit den Worten hautnah mit seinen Protagonisten verbunden zu sein, kann ich mir anders nicht erklären. Wie die Natur auf jeden wirkt und was jeder empfindet ist folgenderweise sehr intim. Viel intimer als das Zusammenleben mit unseren sogenannten Mitmenschen, die in den meisten Fällen durch Verträge aneinandergebunden sind und es sich anders gar nicht mehr vorstellen können. (Allein die Tatsache, jemanden zu bezahlen, um Lösungen für seine persönlichen Probleme zu finden, wie es bei Psychologen der Fall ist, finde ich absurd. Noch perverser ist es, dieses Gebiet studieren zu wollen, um reich zu werden, weil zum Beispiel die Vorfahren über eine lukrative Sprechstundenpraxis verfügen, ist doch eigentlich krank. Sich in jemand zu verlieben, weil er teure Geschenke bezahlen kann, oder sich zu jemand setzten und beichten, weil eine alte Institution das so verlangt … ich meine Beispiele für unmenschliches Zusammenleben gibt es unzählige, da brauch man weder ein Spezialist zu sein, noch lange suchen. Und dennoch ist es für uns in Wirklichkeit normal.) Ich mag es eben, ab und zu etwas Unnormales zu erleben und Menschen und Tiere und die Natur und das Universum so zu betrachten, wie sie vielleicht wirklich sind. Jedenfalls versuche ich es, denn ich weiß nie, wie ich das genau in Worte fassen soll, weil ich es eben nicht anders gewöhnt bin.

Die Chroniken von Ravan

Neumond

 

kein-wasser-im-inneren-des-mondes-9074

 

Heute habe ich endlich die nötige Zeit gefunden, das vierte Kapitel zu Ende zu schreiben. Die vergangenen Monate waren für mich sehr aufreibend, weil ich einen neuen Posten an meiner Arbeit angenommen habe. Doch ich schaffe es trotz allem, an den Chroniken weiterzuschreiben. Spannend ist es immer, wenn ein Abschnitt der Geschichte einen unerwarteten Verlauf annimmt, oder ein Protagonist einen Charakterzug entwickelt, an den man vorher nicht unbedingt gedacht hat.

Kurz vor dem letzten Neumond habe ich den Teil des vierten Kapitels geschrieben, in dem Cethis sich ihrem ersten ernsthaften Feind stellen muss.

Der Mond übt zweifelsohne eine bedeutende Kraft auf uns aus. Es erschien mir so, als sei es sehr wichtig, diesen Teil vor dem Neumond zu schreiben, damit ich mich anschließend einem neuen Abschnitt zuwenden kann. Dass es dabei so blutig abläuft, konnte ich beim besten Willen nicht voraussehen. Nun will ich der Geschichte natürlich nicht zu viel vorwegnehmen. Aber ich denke, dass es wichtig ist, unsere wahre Natur besonders in unbestimmten Zeiten einfach zu erkennen. Die Geschichte in Europa hat uns gezeigt, was für Kriege und Fehden wir haben durchstehen müssen, um das zu werden, was wir heute sind. Ich versuche das so zu sehen, wie es nun mal ist, ohne zu bewerten. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, eigene Freiheit zu finden.

der-mond

Spontan hatte ich Lust, diese Gedanken mit der Mondkarte aus dem Rider Waite Tarot Deck auf meinem Instagram zu illustrieren. Dieses Tarot begeistert mich bereits seit Jahren. Die Künstlerin Pamela Colman Smith hat es geschafft, Karten zu illustrieren, die einem regelrecht ansprechen, wenn man sich mit seinen privaten Fragen auseinandersetzt.

maxresdefault

Nun befinden wir uns tatsächlich in einem neuen Jahr, einem neuen Abschnitt und ich bin davon überzeugt, dass alles Vergangene dazu bestimmt war, uns auf das neue vorzubereiten, was jetzt kommen wird.

Zum Lesen auf BookRix oder Wattpad !

 

Willkomen 2017

willkommen-2017

Nun ist es wieder soweit, ein neues Jahr hat angefangen und ich möchte meine wohlverdienten freien Tage dazu nutzen, endlich meine Projekte wiederaufzunehmen. Trotz dem überstandenen Dezembermarathon habe ich es geschafft, die ersten Kapitel der Ravanchroniken durchzulesen und ich bin schon ganz Feuer und Flamme, daran weiterzuschreiben und auch wieder etwas zu zeichnen.

Doch vorläufig gehen Familie und Freunde vor. Ich hoffe, ihr habt auch eine angenehme Feierzeit gehabt und könnt euch allmählich auf den restlichen Winter gefasst machen.

Ich bin dieses Jahr sehr zufrieden, denn ich fühle mich sehr mit der Natur verbunden, was sehr angenehm ist. Man empfindet die grauen, dunklen Tage nicht mehr als deprimierend, sondern einfach als ein Naturereignis. Besonders schön ist es zu beobachten, wenn sich eine Bande von Raben versammelt und von einem Ort zum anderen fliegt. Ich bin mir sicher, dass die Vögel uns mehr beobachten, als wir es wahrhaben wollen. Vergangenen Samstag zum Beispiel wartete ich auf meinen Bus, um zur Arbeit zu fahren, bis ein Rotkehlchen verärgert im Baum über meinem Kopf zeterte. Ich fand das kleine Kerlchen amüsant und fragte mich, was es mir wohl mitteilen wolle. Bis mir endlich einfiel, dass am Samstag zu dieser Uhrzeit keine Busse fahren. Ich bin mir sicher, der kleine Vogel fühlte sich in seinem Wochenablauf gestört und wollte mir verstehengeben, dass ich nicht am richtigen Ort sei.

ravanchronik-2

Jedenfalls haben wir unsere Feiertage gemütlich im kleinen Familienkreis verbracht und beim Festessen ein angenehmes Feuer im Kamin brennen lassen.

ravanchronik-1

Liebe Grüße und auf ein baldiges Wiederlesen. Ich lade mal die lesbaren Kapitel der Chroniken wieder hoch, denn ein paar Schreibfehler finde ich immer wieder. Das wird auch noch eine Weile so sein, irgendetwas gibt es immer zu verbessern.

Vielleicht schreibe ich Euch das nächste Mal aus Deutschland, wer weiß. Lasst es euch gut gehen, und ich wünsche euch, dass das neue Jahr Gesundheit, Frieden und Kraft in eure Herzen bringen wird!

ravanchronik-3